Beratungsnetzwerke

Was ist ein Beratungsnetzwerk?

Die Verfestigung rechtsextremistischer, fremdenfeindlicher und anti­semitischer Strukturen im Gemeinwesen und deren Einflussnahme auf die Bevölkerung bedrohen die demokratische Grundordnung unserer Gesellschaft. Dies kann zu krisenhaften lokalen Situationen führen, in denen sowohl die Betroffenen als auch die vor Ort zuständigen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner hilflos reagieren. Sie benötigen in dieser Situation fachkompetente Beratung und Hilfe.

Um Beratung und Unterstützung zu organisieren, wurde in jedem Bundesland eine Landeskoordinierungs­stelle eingerichtet. Hier werden Informationen über die im Bundesland vorhandenen Einrichtungen, Fachkräfte und ihre Kompetenzen gebündelt. Die Landeskoordinie­rungsstelle steuert und verknüpft diese Ressourcen und Hilfsangebote zu einem Beratungsnetzwerk. Tritt ein Konflikt mit rechtsextremem Hinter­grund auf, können sich Ratsuchende an die Landeskoordinierungstelle des Bundeslandes wenden.

Wie arbeitet das Netzwerk?

Durch das Bundesprogramm wurden Strukturen ermöglicht, in denen Menschen in Not vor Ort kompetente Beratung und Unterstützung finden. In jedem Bundesland gibt es Expertinnen und Experten, die sich auf die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus spezialisiert haben. Sie arbeiten in staatlichen und zivilgesellschaftlichen Bereichen wie Jugendsozialarbeit, Polizei, Justiz, Psychologie, Wissenschaft, in Kirchen, in Ämtern und Ministerien.

Wird dem Beratungsnetzwerk eine akute Problemlage benannt, bildet es aus dem Pool von Expertinnen und Experten ein Mobiles Interventions­team. Dieses hilft nicht nur schnell und unmittelbart vor Ort bei der Lösung von Problemen, sondern sucht auch nach dauerhaften Auswegen. Das Mobile Interventionsteam unterstützt beispielsweise durch:

  • Erfahrungen in der Jugendarbeit mit rechtsextremen Jugendlichen
  • Krisen- und Konfliktmanagement
  • Kenntnisse über rechtsextreme Strategien und Strukturen
  • juristische Fachkenntnisse

Zahlen und Fakten

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend initiierte und förderte im Zeitraum 2007 bis 2010 gezielt den Aufbau von Bera­tungs­­strukturen in den Bundesländern. In jedem Bundesland konnte sich inzwischen ein Beratungsnetzwerk etablieren.

Ein Schwerpunkt in der Förderperiode ab 2011 lag auf der Qualifi­zierung der Beraterinnen und Berater. Modulare Weiterbildungsangebote sowie Qualitätsentwicklung und -dokumentation standen dabei im Vorder­grund.

Das Bundesprogramm TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN unterstützte diese Beratungsnetzwerke der Bundesländer im Förderzeitraum von 2011 bis 2013 mit bis zu 250.000 Euro pro Jahr.

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