„Mannemer sein“ – ein Filmprojekt mit Folgen

Im Film „Mannemer sein“ wird das Engagement und die Zugehörigkeit von acht jungen Menschen für und zu ihrer Heimatstadt Mannheim dokumentiert. Der von dem Dokumentarfilmer und Medienpädagogen Mario di Carlo im Jahr 2011 realisierte Film war der Grundstein für ein Medienprojekt rund um die Themen Identität, Heimat, Engagement und Toleranz.

Plakat zum Film „Mannemer sein“, Quelle: www.mannemersein.de

Von den über 320.000 Einwohner/-innen der Stadt Mannheim kommen mehr als 38 Prozent aus einer Familie, die ihre Wurzeln im Ausland hat. „Die Stadt integriert die Menschen schnell und was hier zwei Jahre dauert, das kommt in anderen deutschen Regionen vielleicht erst nach zwei Generationen zustande“, sagt der Regisseur Mario di Carlo.

Was also ist das Besondere an Mannheim? Diese Frage beantworten im Film acht junge Mannheimerinnen und Mannheimer. Dabei sind so unterschiedliche Persönlichkeiten wie Alicia (Fertigungsmechanikerin und IG-Metall-Mitglied), Hamidou (Greenpeace-Aktivist), Melanie (Anhängerin des SV Waldhof Mannheim), Phillipp (Kickboxer und Ministrant in der polnisch-katholischen Gemeinde) und Ibrahim (Dialogbeauftragter in der Yavuz-Sultan-Selim-Moschee und Freizeit-Schauspieler).

So verschiedenartig die Persönlichkeiten und Ansichten auch sind: In einem Punkt gleichen sich die Protagonist/-innen des Films. Sie identifizieren sich mit der Stadt und sie engagieren sich gesellschaftlich. Weil Jugendliche selbst für ihre Zukunft sorgen müssen, sagt Alicia. Weil er sich nicht wohlfühlt, wenn täglich Menschen sterben und die Umwelt zerstört wird, sagt Hamidou. Weil er als Jugendtrainer anderen eine Perspektive für ihr weiteres Leben geben kann, sagt Phillipp.

Der Film feierte seine Premiere am 15. März 2012 und diente danach als Grundlage für zahlreiche Workshops, die di Carlo mit Schulklassen und anderen Jugendgruppen durchführte. Die Teilnehmer/-innen erstellten beispielsweise mit Hilfe eines Computerprogramms kurze Comics, die sich mit den Themen städtische Identität und Engagement beschäftigt.

Comic der Integrierten Gesamtschule Mannheim-Herzogenried, Quelle: www.mannemersein.de
Comic der Integrierten Gesamtschule Mannheim-Herzogenried, Quelle: www.mannemersein.de
Comic der Muslimischen Hochschulgruppe Mannheim, Quelle: www.mannemersein.de
Comic der Muslimischen Hochschulgruppe Mannheim, Quelle: www.mannemersein.de

In einem zweiten Medienprojekt mit dem Namen „Mannemer sein 2 – 360 Grad im Quadrat“ fanden im Jahre 2012 20 Projekttage mit Mannheimer Jugendlichen zu den Themen Identität, Zugehörigkeit, Teilhabe und Zukunftsplanung statt. Hierbei wurden unterschiedlichste Medien wie Text, Audio, Video und auch Apps genutzt. Öffentliche Aktionen fanden z. B. beim „Nachtwandel“ im Stadtteil Jungbusch und auf dem Mannheimer Maimarkt statt. Beim „Nachtwandel“ wurden Besucher/-innen dazu eingeladen, sich an einer Wand schriftlich zu ihrer Stadt zu bekennen und sich fotografieren zu lassen.
Die Ergebnisse der Workshops wurden jeweils aktuell online präsentiert auf YouTube, Facebook und der Webseite des Projekts www.mannemersein.de.

„Mannemer sein“ beim Nachtwandel in Jungbusch, Quelle: www.mannemersein.de
„Mannemer sein“ beim Nachtwandel in Jungbusch, Quelle: www.mannemersein.de
„Mannemer sein“ beim Nachtwandel in Jungbusch, Quelle: www.mannemersein.de

Im Projekt „Mannemer sein 3 – Say it loud!“ zeigten Jugendliche Initiative gegen Rassismus, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit. Das Projektteam entwickelte 2013 mit den Teilnehmer/-innen fünf Medienkampagnen rund um Mannheim. Eine zentrale Rolle spielte dabei immer wieder das Thema Toleranz. Mit dem Fanprojekt Mannheim-Ludwigshafen entstand hierbei als Smartphone-App die „Waldhof-Tour“, eine Stadtteilführung auf den Spuren legendärer Fußball-Größen. Eine weitere App entstand an der Integrierten Gesamtschule Mannheim im Rahmen des Projekts „Mannheimer Radtouren“.

„Mannemer sein“ ist damit aber noch nicht zu Ende: Am 6. August 2014 fiel die letzte Klappe für den neuen Film von Mario di Carlo. Dieser trägt den Arbeitstitel „Mannemer Freundschaften“ und beleuchtet Aspekte von Freundschaft über ethnische und kulturelle Grenzen hinweg.

„Mannemer sein“ ist ein Projekt von medien+bildung.com im Rahmen des Lokalen Aktionsplans Mannheim und wurde aus Mitteln des Bundesprogramms TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN gefördert.

Weiterführende Links:
Webseite des Projekts „Mannemer sein“
Webseite der medien+bildung.com gGmbH
Lokaler Aktionsplan Mannheim
Trailer des Films „Mannemer sein“ auf YouTube