Was mich antreibt...

Kurt Liebau sagte sofort zu, als er 2011 gefragt wurde, ob er externer Koordinator des Lokalen Aktionsplans Teltow-Fläming werden wolle. Dies sind seine Gründe, warum er sich aktiv für Demokratie und Toleranz einsetzt:

„Meine antifaschistische Erziehung habe ich meinem Elternhaus und der Schule zu verdanken. Ich wusste, dass beide Großväter im 2. Weltkrieg waren; einer davon wurde an der Ostfront von einer sowjetischen Granate zerfetzt und hinterließ seine Frau mit den sechs Kindern. Welchen Sinn sollte das haben?

Prägende Erlebnisse waren außerdem für mich: Das öffentliche Auftreten rechtsextremer Gruppen in der Endzeit der DDR, später in Rostock, Hoyerswerda und Mölln und dann noch der Aufstieg der NPD im Osten. Auch am eigenen Leibe musste ich Gewalt durch Rechtsextreme erleben und das führte ebenso dazu, die Dimension von Rechtsextremismus, Gewalt und Holocaust in die eigene Arbeit mit Jugendlichen zur Regionalgeschichte des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus und zur Geschichte des jüdischen Lebens in meiner Stadt mit einzubringen.

Ich gründete die Bürgerinitiative ‚Zossen zeigt Gesicht‘ mit, nahm an Aktionen gegen Naziaufmärsche in Brandenburg und Sachsen teil und wir bauten zusammen ein ‚Haus der Demokratie‘ in Zossen auf. Dieses wurde dann später von rechtsextrem beeinflussten Jugendlichen 2010 abgefackelt.

Kurt Liebau mit Christiane Witt und einer Besucherin in Jüterbog auf dem „2. Fest für Toleranz“ im Landkreis Teltow-Fläming am 17. Mai 2014, Quelle:Privat
Bild von Kurt Liebau mit Christiane Witt und einer Besucherin in Jüterbog auf dem „2. Fest für Toleranz“ im Landkreis Teltow-Fläming am 17. Mai 2014, Quelle:Privat

Deshalb arbeite ich in meinem Verein ‚Bildung und Aufklärung Zossen e.V.‘ und im Vorstand der ‚Landesarbeitsgemeinschaft für politisch-kulturelle Bildung im Land Brandenburg e.V.‘ mit Gleichgesinnten in eben diese Richtung. Eigene Erfahrungen zeigen mir, dass Menschen auf dem Weg zu Demokratie und Partizipation Unterstützung brauchen und dieser Weg zur Demokratie abseits der Sonntagsreden steinig sein kann.

Zu meinen Erfahrungen gehört aber auch: Ich bin nicht allein. Wir sind viele, die für Demokratie in diesem Lande eintreten und wir lernen voneinander. Das macht Mut, stärkt und motiviert. Und dann ist da noch meine wunderbare Familie, die in Frieden und in einem demokratisch verfassten Land leben will.  

Der Lokale Aktionsplan bietet nicht nur vielfältige Ansätze, um langfristig demokratische Entwicklungen zu begleiten und die Gesellschaft ein Stück weit gegen Rechtsradikalismus, Rassismus und Antisemitismus zu sensibilisieren; er hat auch Partnerinnen und Partner, die ihn stark machen. Ich denke da unter vielen anderen an meine Lokale Koordinatorin, Frau Witt vom Landkreis Teltow-Fläming und Frau Plachecki von der Regiestelle TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN. So macht die Arbeit als Externer Koordinator zusätzlich Spaß!“