Was mich antreibt...

Zara Schade, die in diesem Jahr ihr Abitur geschafft hat, war in der Schülermitverwaltung (SMV) ihrer Schule tätig und engagiert sich im Begleitausschuss (BgA) des Lokalen Aktionsplans Nürnberg. Sie erzählte uns, was sie dazu veranlasst, sich aktiv für die Gesellschaft einzubringen:

„Es ist wahrscheinlich eine noch sehr ‚junge‘ Weise, das Leben zu betrachten, aber ich bin der Überzeugung, dass das, was ich kenne und sehe, nicht ‚alles gewesen sein kann‘. Und das ist auch der Grund für mein Engagement: Ich bin der Meinung, das man mehr tun kann, als man denkt schon geleistet zu haben.

Natürlich bin ich nicht eines Tages aufgestanden und habe gesagt: ‚So jetzt verändere ich die Welt‘, sondern der Zufall hat mich dazu gebracht. Meine ‚Karriere‘ begann an meinem vorigen Gymnasium. Dort war es eine Ehre, also ein Zeichen von Stärke und Charakter, sich für den Rest der Schülerschaft zu einzusetzen, zumindest sah ich das damals so. Als ich dann in der 8. Klasse den Mut gefasst hab, mit den Menschen zu sprechen, die ich bewunderte, fiel bei mir der Groschen. Ich musste keine besonderen Fähigkeiten besitzen oder besonders beliebt sein, um mich an dem Werk der SMV zu beteiligen.

Auch wenn ich das nicht so sagen sollte, es ist durchaus eine Art persönlicher Egoismus. Würde ich mich nicht einsetzen oder engagieren, könnte ich nicht weiterhin daran glauben, dass man etwas ändern kann. Ich müsste mich damit zufrieden geben, dass alles so bleibt, wie es ist. Und genau das will ich auf keinen Fall. Es muss mehr geben, als die ‚schnöde‘ Bahn, in der meine Generation sich zwischen YouTube und Fashion aufhält.

Portrait Zara Schade, Quelle: Privat
Portrait Zara Schade, Quelle: Privat

Es braucht keine besonderen Fähigkeiten, um sich für etwas einzusetzen, sondern Energie, die man investieren kann. Heute habe ich den Weitblick, um zu verstehen, was für Auswirkungen meine Beteiligung hat, aber als ich damals in der SMV einstieg, wollte ich einfach nur mitmachen.

Es hat einfach Spaß gemacht, sich mit den anderen zusammen zu überlegen, wie wir den Schulalltag verändern oder eine bessere Verbindung zwischen Schülerinnen und Schülern und Lehrerinnen und Lehrern herstellen können. Je älter ich wurde, desto mehr Verantwortung habe ich übernommen, ohne ehrlich gesagt zu wissen, warum; es war für mich klar wie Kloßbrühe, dass ich das mache.

Genauso leicht war auch der Einstieg in das Bundesprogramm TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN. Der ehemalige Schulsprecher Tim kam am Schulfest auf mich zu und sagte: ‚Zara, du bist der engagierteste Mensch, den ich kenne. Ich habe etwas, was du weiterführen solltest.‘ Dann erklärte er mir, was dieser LAP ist, was die Leute da tun und warum er es wichtig findet, dass jemand seine Stelle übernimmt und dies mit Leidenschaft weitermacht. Und wie schon in der SMV fiel mir kein Grund ein, warum ich das nicht tun sollte.

Es macht unheimlich Spaß, sich mit dem zu beschäftigen, was um mich herum passiert. Aber viel mehr noch, mich an der Veränderung zu beteiligen. Besonders der LAP hat mich geprägt; ich habe einen ganz anderen Blick für meine Mitmenschen bekommen und auch verstanden, was es heißt, wenn die ‚großen Personen‘ (also z. B. die langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Menschenrechtsbüros) von sozialem Feingefühl reden.“